#trendingtools (Folge 1/7): Der Facebook Messenger

Posted on 3. Mai 2016

Facebook, Twitter, Instagram, Whatsapp – die Liste der Dienste, die wir täglich in der privaten und der Unternehmenskommunikation nutzen, wird stetig länger. Alte Dienste verlieren an Relevanz, neue Tools drängen sich in unseren täglichen Kommunikationsmix. Doch lange bevor Apps im kollektiven Bewusstsein landen, erleben sie im Nischen-Umfeld der Early-Adopter ihren ersten Hype. In unserer Blogreihe stellen wir euch die wichtigsten Dienste, die uns in den nächsten Monaten beschäftigen werden, und ihren Nutzen für Unternehmen vor. Wir starten mit einem der vermeintlich alten Bekannten für die direkte Kommunikation zwischen Endverbraucher und Unternehmen: dem Facebook Messenger.

von Andreas Peters

Facebook floppt, der Messenger ist Top


Den Facebook Messenger als erstes Tool in dieser Serie zu behandeln, mag verwunderlich wirken, denn Facebook ist gerade bei den jüngeren Zielgruppen auf dem absteigenden Ast der Popularität. Bei einer Umfrage von Business Insider stand Facebook schon gar nicht mehr auf der Liste der Top-Apps der Fokusgruppe der 13-19-Jährigen. Der Facebook Messenger hingegen erfreut sich sogar größerer Beliebtheit als WhatsApp: 80 Prozent der Teenager nutzen den Messenger als Haupt- oder Sekundär-Tool zur Kommunikation mit Freunden.

Das hat wohl auch Mark Zuckerberg erkannt und will Unternehmen vermehrt von den Vorteilen des Facebook Messengers als Tool zur Kundenkommunikation überzeugen. Zu Recht: schließlich nutzen über 900 Millionen Menschen weltweit den Instant Messaging-Dienst von Facebook. 

Messenger Neuerungen ermöglichen bessere Kundenbeziehung
Seit März diesen Jahres erhält nun jede Facebook Page einen eigenen Nutzernamen, der es Unternehmen erlaubt, Nutzer direkt per individuellem Messenger Link anzuschreiben. Die Nutzernamen sollen umgekehrt Nutzern dabei helfen, das Unternehmen schneller zu finden und in eine spezifische Branche einzuordnen. Darüber hinaus erleichtert ein von Snapchat inspirierter Messenger-Code den Nutzern den direkten Kontakt zu Unternehmen: Durch Scannen dieses Codes öffnet sich ein Diskussionsthread.

Ebenfalls neu sind mögliche Gruppentelefonate mit bis zu 50 Teilnehmern, wie Messenger Chef David Marcus am 20. April auf seinem eigenen Facebook-Kanal verkündete. Videotelefonie ist derzeit allerdings für Gruppentelefonate noch nicht möglich und bleibt weiterhin der Kommunikation zwischen zwei Teilnehmern vorbehalten.

Ein weiterer Vorteil für Unternehmen: der Facebook Messenger bietet bereits jetzt die Möglichkeit zur Verknüpfung mit unterschiedlichen Diensten, wie etwa Spotify oder Dropbox. Insbesondere Letzterer erfreut sich als Sharing-Dienst immer noch großer Beliebtheit und erleichtert somit den Datenaustausch über den Messenger, ohne die Einschränkung durch das Upload Limit von 20 MB.

Durch die Bereitstellung der API für externe Anbieter sind für die Zukunft weitere sinnvolle Verknüpfungen mit anderen Diensten zu erwarten. Der Facebook Messenger wird so zu einer eigenständigeren Plattform, die es Unternehmen nicht nur erlaubt, in direkteren Kontakt mit den Nutzern zu treten, sondern sie ein Stück weit dazu zwingt, sich mit den Möglichkeiten des Messengers zumindest auseinanderzusetzen.

In der Praxis: der Facebook Messenger für Unternehmen
Schon jetzt nutzen einige Unternehmen die neuen Möglichkeiten des Messengers für sich. Zum Beispiel die holländische Airline KLM, die auf diesem Weg ihre Kunden mit Informationen und Dokumenten zu den gebuchten Flügen versorgt und andererseits direkt auf Fragen der einzelnen Fluggäste eingeht. Die BILD Zeitung stellt mit Hilfe des Facebook Messengers ihren Lesern einen Live Ticker zu allen aktuellen News rund um die verschiedensten Themen zur Verfügung. In den USA ermöglicht der Mitfahrgelegenheitsdienst Uber allen Kunden, Fahrten via Facebook Messenger zu buchen.


Noch lange kein Ende in Sicht
Um Unternehmen zu entlasten, wurde auf der f8-Konferenz  im April diesen Jahres der Einsatz von Chatbots vorgestellt, der es Werbungtreibenden ermöglicht, die Kommunikation mit den Nutzern und die Service-Arbeit ein Stück weit zu automatisieren. Werden Ressourcen richtig eingesetzt, können Unternehmen zukünftig intensiver und zielgerichteter mit einzelnen Nutzern kommunizieren und die Service- und CRM-Leistungen weiter ausbauen.

Darüber hinaus sind bereits weitere mögliche Zusatzfunktionen im Gespräch. So wird beispielsweise vermutet, dass der Facebook Messenger bald ähnlich wie WhatsApp eine Verschlüsselung anbietet, um private Unterhaltungen zu schützen. Damit würde sich der Messaging Dienst sogar für interne Unternehmenskommunikation eignen. Außerdem soll eine Bezahlfunktion in den Messenger integriert werden. Ob Facebook hier einen eigenen Dienst entwickelt, oder doch auf eine Verknüpfung mit Diensten, wie Android Pay zurückgreift, ist bisher noch nicht bekannt. So oder so könnten Nutzer zukünftig auch die Kaufabwicklung über den Messenger durchführen.Die Einsatzmöglichkeiten, die der Messenger in Zukunft bieten wird, sind vielfältig und es dürfte wohl auch nur eine Frage der Zeit sein, bis mehr und mehr Unternehmen diese Möglichkeiten nutzen.

(Im zweiten Teil unserer Serie geht es um Snapchat und die Möglichkeiten, die die momentan mit Abstand gehypteste App für Unternehmen bietet.)