#trendingtools (Folge 6/7) : Wishbone

Posted on 10. Juni 2016

Nutzeranalysen, Zielgruppen Insights oder die Deutung aktueller Trends – Wege, herauszufinden, ob ein Produkt oder Service beim Endverbraucher ankommt, gibt es viele. Mit Wishbone boomt nun eine App, die eine Zielgruppenbefragung nach dem Hot-or-not-Prinzip spielerisch vereinfachen könnte. Doch eignet sich die App tatsächlich für die Unternehmenskommunikation? Eine Annäherung.

von Andreas Peters

Was ist Wishbone?

Wishbone ist das erste Produkt des neugegründeten Mobile Labs des Tech-Incubators Science. Mit dem Konzept einer Unterhaltungs-App, die Teenager auf täglicher Basis dazu anregt, popkulturellen Content zu teilen und zu konsumieren, haben die Kalifornier mittlerweile über 3 Millionen Nutzer in den USA überzeugt. Die Mechanik der App ist denkbar einfach: Nach dem Hot-or-Not-Prinzip können Nutzer zwei Dinge zur Auswahl stellen und von ihren Freunden bewerten lassen. Mittels der bereits aus der Dating-App Tinderbekannten Swipe-Mechanik gibt der Nutzer einer der zur Auswahl stehenden Optionen seine Stimme. Insgesamt 200.000 Fragen werden täglich auf Wishbone gestellt und 40 Millionen mal antworten Nutzer per Swipe darauf.

Die enorme Wachstumsrate der App ist verblüffend und macht sie auch für die Markenkommunikation interessant – trotz oder vielleicht sogar wegen der sehr spitzen Zielgruppe weiblicher Teenager. Wishbone bietet Marken die Möglichkeit, die Zielgruppe mit spielerischen Inhalten zu unterhalten und sie gleichzeitig genauer kennenzulernen: Selten war es einfacher, auf spielerische Weise die Präferenzen der Zielgruppe zu erfragen und das bei einer Nutzerschaft, die bei über 4 Millionen liegt.

 

Wishbone für Unternehmen

Wishbone ist natürlich kein klassisches Kommunikationsmedium im ursprünglichen Sinne, in dem eigener Content zur Imagebildung des Unternehmens beiträgt. Vielmehr kann Wishbone als eine Art “instant market research tool”  verstanden werden, das aufschlussreiche Ergebnisse über popkulturelle Präferenzen der jungen Zielgruppe liefert. Um ihre Theorie zu bestätigen, testete das Unternehmen in Kooperationen mit unter anderem Taco Bell und People Magazine, welche Möglichkeiten sich für Marken im Wishbone-Umfeld ergeben – mit verifizierten und gebrandeten Accounts und der Möglichkeit, eigene Inhalte zu posten, erreichte das People Magazine innerhalb von 3 Monaten beachtliche Zahlen. Mit insgesamt 108 Posts erreichte das Unternehmen 2.707.116 Nutzer und erzielte ganze 15.1 Millionen Interaktionen.

Wishbone

Quelle: https://medium.com/@mjones/taco-bell-people-magazine-hearst-tiger-beat-utilizing-wishbone-app-to-tap-4-million-teens-for-5b206392df0d?curator=MediaREDEF#.e09inlrnr

Taco Bell nutzte die Möglichkeiten von Wishbone, um innerhalb einer 10-tägigen Kampagne auszuloten, welche Gerichte Teil des 1$-Frühstücksmenü sein sollen. Aufmerksam werden die Nutzer auf die Cards genannten Umfragen von Unternehmen über die “Daily Dozen”-Funktion: eine tägliche Auswahl an Cards, die entweder von Wishbone Kuratoren zusammengestellt werden oder sponsored content von Marken enthalten können.

Die Kommunikationsverantwortlichen der Marken schätzen vor allem die Einfachheit und die einzigartige Experience, die Wishbone der jungen Zielgruppe bietet. Ben Kosinski, Head Of Innovation beim Medienkonzern Hearst (ein weiteres Unternehmen, das mit Wishbone kooperierte), vergleicht die Mechanik von Wishbone mit dem fixen Heben des Arms in einem Klassenraum zur Abstimmung. Die Hürde ist also niedrig, das potentielle Outcome für Marken umso größer.

Fazit

Ob Wishbone sich in Zukunft, gerade hierzulande, durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Sollte Wishbone jedoch in ähnlichem Tempo weiterwachsen, lohnt sich eine Auseinandersetzung mit der App für Marken allemal. Gerade popkulturell orientierte Marken, die auf der Suche nach Input der jungen Zielgruppe sind und immer neue Touchpoints zu eben jener Zielgruppe generieren wollen, dürften in Wishbone ein einzigartiges Tool vorfinden, das ihnen die Kommunikation auf Augenhöhe erleichtert.