FineDings – Rückblick Dezember 2019

Von Marion Schmid am 02. Januar 2020

Was waren laut Bill Gates die 10 Technologietrends des vergangenen Jahres? Warum können Influencer wie wir sie bisher kennen schon bald einpacken? Und wer ist eigentlich Bert? Spannung, Spiel, Spaß und die Antwort auf all diese Fragen bekommt ihr in unseren neuen Dezember FineDings!

von Marion Schmid

Billy knows best

Aufnahme von Bill Gates

(Foto: www.google.com)

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) pickt sich jedes Jahr aufs Neue DIE 10 neuesten Technologien des vergangenen Jahres raus und bewertet, welcher dieser Innovationen den Durchbruch schaffen und die Welt verändern wird. Dieses Jahr hat dabei kein geringerer als Bill Gates mitgemischt. Dass er mit einigen Vorhersagen nicht ganz falsch lag - dürfte wohl jedem klar sein.

Die diesjährige Liste setzt sich wie folgt zusammen: Robot dexterity, New-wave nuclear power, Predicting preemies, Gut probe in a pill, Custom cancer vaccines, The cow-free burger, Carbon dioxide catcher, An ECG on your wrist, Sanitation without sewers und Smooth-talking A.I. assistants.

Was all diese Dinge gemeinsam haben und ob Billy wieder mal Recht behält lest ihr ➜ hier.

 

 

How to ‘watch’ when you’re blind

Bild einer Uhr mit Braille Display

(Screenshot: www.dotincorp.com)

Die Apple-Watch gibt’s jetzt auch in cooler, schöner und das Beste – für blinde und sehbehinderte Personen! ‘Dot Watch’ heißt die weltweit erste Armbanduhr mit Braille-Display. Die Uhr ist eine technologische Innovation auf dem neuesten Stand der Technik, die sowohl taktile als auch Braille-Informationen anzeigen kann. Sie ist mit dem Handy verbunden und liefert in Echtzeit Informationen wie Kurzmitteilungen, E-Mails, Facebook, WhatsApp oder Benachrichtigungen.

Inspiriert von einem blinden Klassenkameraden an der Universität von Washington und dessen alltäglicher Probleme mit dieser Beeinträchtigung, entwickelte Eric, CEO von Dot Watch, die Idee, diejenigen auszurüsten, die als "eingeschränkt" oder "unbeweglich" eingestuft werden.

Ziemlich cool, wie wir finden. Überzeugt euch ➜ hier selbst!

 

 

Frühstücksfilmchen

FineDings_Dez19_fruehstuecksfilmchen
Mehr Fiber zum Frühstück? Kein Problem! Mit den kleinen animierten Frühstücksfilmchen von Andrea Love. In ihrem Keller in Washington brät sie Speck, kocht Eier, brüht Tee, schneidet Brot und presst frischen Orangensaft. Klingt nach nem normalen Sonntags-Brunch? Nicht ganz. Loves Zutaten sind nämlich nicht größer als ein paar Millimeter und aus Wolle! Das Ganze auch noch in perfektem Stop-Motion animiert. Ziemlich sinnlos? Auf jeden Fall. Ziemlich großartig? Auf jeden Fall!!! Wir sind Fan und können dem Wollspeck in der Pfanne stundenlang beim Brutzeln zusehen.

Auf ihrem Instagram Kanal könnt ihr euch nicht nur noch mehr animiertes Wollzeugs ansehen, sondern auch hinter die Kulissen schauen und Fragen stellen und glaubt uns – it’s worth it! ➜ Hier entlang.

 

 

+ 1.5ºC Changes Everything

Berühmtes Gemälde abgewandelt vom Original

(Screenshot: www.thisiscolossal.com)

Felipe IV der auf seinem Pferd zu ertrinken droht, die 'Überfahrt in die Unterwelt' auf einem ausgetrockneten Fluss oder 'Kinder am Strand' inmitten toter Fische. Wer sich etwas mit Kunst und ihrer Geschichte auskennt, dem dürfte hier etwas spanisch vorkommen. Und zwar nicht nur der Ausstellungsort dieser Gemälde. Diese weichen nämlich ziemlich stark vom Original ab. Das hat seine Gründe. Um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen, hat sich das Prado Museum in Madrid nun nämlich mit dem World Wildlife Fund (WWF) zusammen getan und in einem Projekt verschiedene Gemälde der Museumskollektion digital abgeändert, um aufzuzeigen, was mit der Welt geschieht wenn nicht jetzt gehandelt wird. Das Projekt trägt den passenden Namen “+ 1,5ºC Lo Cambia Todo”, was so viel heißt wie “+ 1,5ºC ändern alles”.  Wir finden das Projekt großartig - gruselig, aber auch brutal ehrlich.

➜ Überzeugt euch selbst!

 

 

Hey Jungs - macht Platz!

Illustration eines leeren Pultes auf Bühne

(Illustration: Tala Safié)

Zu einem kleinen Eklat kam es bei der “Brno’s International Biennial of Graphic Design” Anfang 2018. Denn bei einer der meist angesehensten Design Konferenzen in Europa war nicht einmal ein Drittel aller Speaker weiblich. Dieses Speaker Line-up hat die Besucher gespalten. Schon kurz darauf hat auch die “CXI Brand Talks”, als weltweit größte Corporate und Brand Identity Konferenz mit Sitz in Deutschland, ein Speaker-Line up mit – tadaa – null Prozent Frauenquote veröffentlicht. Finden wir als Agentur mit einer Frauenquote von rund 90% ja so semi. 

Wenn Frauen also nicht einmal auf Design-Konferenzen zu Wort kommen, wo denn dann? Das dachten sich auch Mitherausgeberin des EoD Magazines Madeleine Morley zusammen mit Lea Sievertsen, Silva Baum, and Claudia Scheer von der deutschen Plattform notamuse, das Profile aktueller weiblicher Grafikdesignerinnen darstellt. Ziel war herauszufinden, welche Design Konferenzen es wert sind, unterstützt zu werden, welche definitiv mehr Geschlechterdiversität brauchen und welche rassistische und ethnische Minderheiten stärker einbeziehen müssen.

Orientiert haben sie sich dabei an einer Vielzahl verschiedener Speaker Line-ups von insgesamt 30 Kommunikations- und Grafikdesign Konferenzen zwischen Winter 2017 und Winter 2018. Die Ergebnisse sind erschreckend!

Nicht nur gab es keinen einzigen intersexuellen Speaker auf den Bühnen der bekanntesten und angesehensten Konferenzen, ebenfalls zeigen die Ergebnisse, dass wenn Line-ups weibliche Speaker enthalten, die Frauen häufig mit einem männlichen Partner auf der Bühne vertreten sind. Auf den “Brno Biennial’s talks” beispielsweise betrug die Frauenquote laut Line-up zwar rund 34.8%, die Zeit der weiblichen Speaker jedoch lag bei insgesamt nur 22%. 

“Us by Night” setzt sogar noch einen drauf. Bei insgesamt 63 Talks waren es nur 9 Instanzen, bei denen es eine Frau ohne männlichen Partner auf die Bühne schaffte. Also bitte liebe Männer - macht Platz für mehr Diversität!

Die kompletten Ergebnisse der Studie findet ihr ➜ hier.

 

 

Bert versteht

Beispiel eines vorher/nachher Suchergebnisses auf Google

(Grafik: Google)

Bert kommt nach Deutschland! Bert steht für Bidirectional Encoder Representations from Transformers und ist eine Software, für Menschen wie wir, die ganze Sätze in die Google-Suchleiste eingeben. Bert versteht den Kontext eines jeden Wortes und so die eigentliche Suchintention besser und erkennt sogar die Bedeutung von Präpositionen wie „für“ oder „nach“ innerhalb der Suchanfrage. So kann Bert die Ergebnisse entsprechend anpassen.

Dadurch könnten aus SEO Gesichtspunkten einige Websites zwar etwas Traffic verlieren, welcher jedoch sowieso nicht zur Conversion geführt hätte, da der Besucher durch missverständliche Suchen auf diese Website gespült wurde. Der Marketingwissenschaftler Pete Meyers geht dementsprechend davon aus, dass Bert in vielen Fällen keine größeren Traffic-Veränderungen mit sich bringen wird, wir als Otto Normalverbraucher allerdings, finden Bert durchaus nützlich.

Lernt ➜ hier Bert kennen.

 

 

Ich möchte ein Pferd kaufen, bitte

Smartphone Screen mit Beispielsatz im Google Interpreter Mode

(Grafik: t3n)

Noch mehr neues von der Google-Front – falls auch du dein sprachliches Talent auf der Schulbank vergessen hast, hat Google jetzt die Lösung - die Echtzeit-Übersetzung.

Google bringt den Interpreter Mode, der bisher nur für Google Home Geräte verfügbar war, jetzt auch aufs Smartphone. Der Interpreter Mode übersetzt gesprochene Sprache live in eine Fremdsprache. Die Übersetzung erscheint auf dem Display und wird gleichzeitig als Audio abgespielt. Der Assistent kann aber nicht nur so ziemlich jede Sprache, er macht bei bestimmten Fragen auch Antwort-Vorschläge. Bei der Frage, ob ein Gericht eine bestimmte Zutat enthält beispielsweise, antwortet der Interpreter nicht nur mit der Übersetzung, sondern bietet direkt drei Antwort-Buttons „Ja“, „Nein“, „Ich weiß es nicht“ an. Das soll laut Google Gespräche schneller und flüssiger machen. Der Google Interpreter kann zwischen 44 verschiedenen Sprachen live übersetzen und funktioniert statt mit Sprachbefehlen auch mit Tastatur. Na dann, tschüss Sprachbarriere – wir buchen nun erst einmal unsere nächste Reise nach Chongqing. 

➜ Hier erfahrt ihr mehr.

 

 

Pleiten, Pech und Pannen

GIF von Ryan Gossling mit Hand an der Stirn

(GIF: giphy)

Erinnert ihr euch noch an die ganzen Fotos falsch parkender DHL Lieferfahrzeuge, den Opel SUV Grandland X auf dem Radweg, den Instagram Burger-King Pimmel oder aber an das Adidas-Trikot mit dem „Vergast alle Juden“ Rückenaufdruck? Jep, wir uns auch. Und da sind wir auch schon – inmitten der Werbepannen und Marketing Fails des Jahres 2019.

Wenn Marketing versagt, ist Aufmerksamkeit meist garantiert. Ob die diesjährigen Fettnäpfchen nun jedoch absichtlich provokant, von einem besonders unerfahrenen Marketing-Team inszeniert oder eben einfach nur unfassbar dumm waren – wissen wir auch nicht so ganz genau, wenngleich wir auch eine gewisse Tendenz haben.

Aber ➜ seht selbst.

 

 

It only snows on Christmas Cards

 

(Video: vimeo)

Der neue Kurzfilm “The Long Hot Christmas” mit Brian Eno weckt nicht gerade die Hoffnung derer, die auf weiße Weihnachten stehen. In dem Satire-Film von Schriftsteller und Direktor Jake Lancaster geht es nämlich um ein vom Klima beeinflusstes Weihnachtsfest im Jahr 2025. Er handelt von einem Reporter, der London’s Einwohner während er ersten Weihnachts-Hitzewelle interviewt. Auch wenn der Film mehr an eine fiktive Komödie erinnert, zeigt er zugleich die Gefahren auf, denen unsere Erde gerade entgegenblickt – und die sind leider weniger witzig. Schweiß der vom Gesicht auf den frisch zubereiteten Truthahn tropft, Kinder die sich wilde Wasserschlachten liefern oder Weihnachts-Picknicks unter strahlend blauem Himmel – alles Szenen die definitiv den gewünschten Effekt erzielen, einen mit der Klimaerwärmung in Verbindung stehenden, immer heißer werdenden Dezember aufzuzeigen. 

Lancasters Kurzfilm hat schon beim “Earl’s Court Film Festival” abgeräumt.
Wir wissen selbst nicht so genau, ob wir nun lachen oder heulen sollen. Am besten beides. Mehr Sarkasmus geht kaum.

➜ Überzeugt euch selbst.

 

 

Zur Mitte, zur äh...

Screenshot eines online Weihnachtsgames

(Screenshot: www.supremo.co.uk)

Womit wir uns im Dezember vermutlich mehrer Stunden lang beschäftigt haben war das Browser-Spiel “It's Centred That“ der Digital-Agentur Supremo in der Weihnachts-Edition. 

Dabei geht es eigentlich nur darum, herauszufinden, ob ein kleiner Punkt in einem vorgegebenen Objekt nun zentriert ist, oder eben nicht. Um zu gewinnen, muss man alle insgesamt 10 Objekte richtig erraten oder besser gesagt ersehen. Wut, Freude, Spaß, absoluter Rage – dieses kleine Weihnachts-Game weckt so ziemlich jeden Gemütszustand. 

Schließt die Fenster und ➜ testet selbst.

 

 

All I Font for Christmas

Anordnung grafischer Elemente vor schwarzem Hintergrund

(Screenshot: allifontforchristmas.com)

Um noch ein wenig im Weihnachtsmodus zu verweilen – falls ihr nicht das Richtige zu Weihnachten bekommen habt, wir haben da was für euch, was ihr auch nachträglich noch auspacken könnt.

Visual und Interaction Designerin Lydia Weber hat zusammen mit dem Webentwickler Zak Fisher 31 Designer, Künstler und  Typophile gebeten, ihre Lieblings-Fonts zu teilen und sie in einen digitalen Holiday Calender für Jedermann zu packen. Für jeden Tag im Dezember gibt es auf “All I Font for Christmas” deshalb kleine typografische Überraschungen zum freien Download, um ein bisschen mehr Weihnachtsfreude und Inspiration fürs neue Jahr zu streuen.

Perfektes Design und free Fonts – also los, ➜ go catch them all!

 

 

Tschüss Bibi, Hi n0tail

Liegende Katze mit Gaming Controler auf dem Bauch

(GIF: giphy)

So, nun aber back to business. Das Jahr neigt sich zu Ende und es wird Zeit, sich den 15 wichtigsten Trends für’s neue Jahr zu widmen. In einer Umfrage unter Agenturchefs verraten diese, welche Themen im neuen Jahr relevant sind oder es noch werden. Die Themen Nachhaltigkeit, Customer Experience, Big Data gehören dabei bereits zu den Top Trends für das Jahr 2020.

Welche neuen Agenturmodelle sich durchsetzen werden, welche weiteren Trends das neue Jahr so bringt, warum das Thema Sensorik im Marketing rasant an Bedeutung gewinnt, Shoppable Posts das nächste große Ding sind, Markenbildung kollaborativer werden muss und Gamer die neuen Influencer sind, erfahrt ihr hier.

 

 

Die Finnen gewinnen

Finnische Flagge vor bewölktem Himmel

(Bild: Baptiste Valthier/Pexels)

Dass die finnische Regierung ziemlich, naja, sagen wir mal heiß ist, wissen wir nun. Jetzt stellt diese aber auch noch einen kostenlos Online-KI-Crashkurs zur Verfügung. Und zwar nicht nur für finnische Bürger, sondern für alle Interessierten!

Natürlich wäre es nicht Finnland, wenn dieser nicht auch noch absolut ansprechend gestaltet wäre! In Finnland selbst haben bereits mehr als 55.000 Menschen an dem Kurs teilgenommen.

Nicht nur die Grundlagen von künstlicher Intelligenz werden hier abgedeckt, auch philosophische Implikationen und technische Themen sind darin enthalten. Am Ende jeden Abschnitts gibt es dann noch einen kurzen Test, der das Gelernte noch einmal abfragt. So hat nach Absolvieren des Kurses jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin ein solides Verständnis von Künstlicher Intelligenz.

Ach Finnland, ihr macht uns fertig! ➜ Katso itse, oder so ähnlich.

 

 

Jesus der Weinproduzent

Betonsäule mit gemalter Zahl Zehn

(Bild: Claudio Schwarz/Unsplash)

Last but not least fanden wir diesen Monat auch den Artikel von Spiegel Online zu den Zehnerjahren spannend, die laut Spiegel Online durchaus als digitalen Durchbruch betrachtet werden sollten. Wie kam es dazu und welche Entwicklungen waren entscheidend?

Die erste digitale Dekade beginnt mit dem modernen Smartphone. Warum ist dieses einfach nur als ‘Gerät’ zu bezeichnen ungefähr so, wie Jesus als Weinproduzenten zu betiteln? Wie genau tragen die sozialen Medien zur Entstehung einer digitalen Gesellschaft bei? Wie funktionieren Plattformen als digitale Ökosysteme? Wie viel Milliarden Euro haben Google und Facebook alleine durch Werbung eingenommen und warum zur Hölle wird in Deutschland, während – Achtung – in FINNLAND umfassend erforscht wird, wie Mobile Learning in Schulen eingeführt werden kann, immer noch darüber diskutiert, ob Smartphones erst ab 18 Jahren zugelassen werden sollten, da diese unter anderem "Gelegenheitssex fördernd" seien (haha – kommt schon, haben wir nicht alle unsere Boys und Girls von Tinder?!)? Antwort auf all diese Fragen bekommt ihr ➜ hier.

 

 

 

 

Themen: FineDings, Netzfundstücke, Design, JUNGMUT, Nachhaltigkeit