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Instagram Neuheiten 2021

Bereits 2018 knackte Instagram die eine Milliarde Nutzer:innen-Marke und ist in Deutschland dabei vor allem bei den 20-29-Jährigen beliebt. Was hat sich bei Instagram in diesem Jahr verändert und was wird noch folgen? Fest steht: Im Bereich User:innen-Sicherheit und Schutz von Minderjährigen hat sich einiges getan. Das und vieles mehr lest ihr in unserem Blogbeitrag über die Instagram Neuheiten 2021.

von Michelle Morsch

Neue Features und Möglichkeiten

In den letzten neun Monaten hat sich auf der Plattform viel verändert. Es sind einige Features dazu gekommen, die dazu dienen Nutzer:innen die Bedienung der App leichter zu machen und ihnen mehr Möglichkeiten beispielsweise in der Kommunikation und Sicherheit zu geben. Im Folgenden stellen wir euch einige dieser Features vor und zeigen euch, wie sie euren Instagram Alltag verbessern.

„Vor Kurzem gelöscht“

Seit Februar haben Instagram User:innen die Möglichkeit gelöschte Inhalte wiederherzustellen. Dies soll vor allem Nutzer:innen helfen, welche Opfer eines Hackerangriffs wurden. Dabei werden häufig Inhalte gelöscht und waren bis vor kurzem unwiderruflich verloren. Falls ihr etwas endgültig löschen oder wiederherstellen möchtet, müsst ihr nun seit neuem nachweisen, dass ihr der Eigentümer des Kontos seid.

Und so funktioniert's: Inhalte, welche ihr gelöscht habt, werden in den Ordner „Vor Kurzem gelöscht“ verschoben. Diesen findet ihr unter den Einstellungen – Konto – Vor Kurzem gelöscht. Aus diesem Ordner könnt ihr eure Inhalte dann direkt wiederherstellen oder eben dauerhaft löschen.

Live Rooms

Mit den Live Rooms gibt Instagram den Menschen während der weltweiten Pandemie die Möglichkeit, sich miteinander auszutauschen und dies gleichzeitig mit ihren Follower:innen zu teilen. Möglich war eine Live-Übertragung bislang nur mit einer weiteren Person, nun ist das mit bis zu drei Personen möglich. 

Instagram möchte seinen Nutzer:innen damit die Möglichkeit geben, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Ebenfalls können Zuschauer:innen dank neuer interaktiver Tools ihre Lieblings-Creator:innen mit Abzeichen oder durch Live-Shopping und Live-Spendenaktionen unterstützen. Auch hier arbeitet Instagram an weiteren interaktiven Tools zur Kommunikation. 

Und so funktioniert's: Wischt in der App nach links um die Option „Live“ auszuwählen. Hier könnt ihr dann einen Titel und eure gewünschten Gäste hinzufügen. Als Streamer der Live-Übertragung habt ihr die Möglichkeit auch im Nachhinein Gäste hinzuzufügen.

Informationen zu COVID-19

Apropos weltweite Pandemie...Im Zuge der COVID-19 Pandemie möchte Instagram dabei helfen verlässliche Informationen über das Virus und die Pandemie zur Verfügung zu stellen und hat dafür das COVID-19-Informationszentrum weltweit zugänglich gemacht. Dieses Tool gibt Nutzer:innen direkt auf Instagram Zugriff auf Informationen von Gesundheitsbehörden. Diese geben zum Beispiel Auskunft darüber, wo ihr euch impfen lassen könnt, Hinweise zu Impfungen und Schutzmaßnahmen, sowie die Fallzahlen in eurer Region. Zusätzlich gibt es Inhalte, welche über häufige Irrtümer aufklären. Um eure Unterstützung für die Corona-Impfung auszudrücken, könnt ihr nun auch den „Wir lassen uns impfen“ Story Sticker verwenden. Auch er verlinkt direkt zum COVID-19-Informationszentrum.

Um Falschmeldungen rund um das Virus entgegenzuwirken, entfernt Instagram konsequent Inhalte, welche gegen ihre Richtlinien zu Corona und der Impfung verstoßen. Posts und Beiträge, die nicht von Gesundheitsexpert:innen widerlegt wurden, werden mit allgemeinen Hinweisen zum Virus und der Impfung versehen.

Mehr Kontrolle für Nutzer:innen – „Gefällt mir“-Angaben anzeigen lassen oder verbergen

Im letzten Jahr hat Instagram als erste große Social Media Plattform damit begonnen, die „Gefällt mir“-Angaben nicht mehr öffentlich zu zeigen. Dahinter stand die Absicht, User:innen den Druck zu nehmen auf ihre Beiträge eine hohe Anzahl an Likes zu erhalten. Eine edle Intention, allerdings sehen viele Instagramer:innen die „Gefällt mir“-Angaben als Vorteil beziehungsweise Kennzahl – gerade Marketer:innen. Nun rudert das Unternehmen teilweise zurück und lässt seine User:innen einfach selbst entscheiden, ob sie die „Gefällt mir“-Angaben für Posts sehen möchten oder nicht.

Und so funktioniert's: Unter Einstellungen – Privatsphäre – Beiträge könnt ihr die „Gefällt mir“-Angaben verbergen oder anzeigen lassen.

Storyplanung

Lange haben vor allem Content Marketing Manager:innen auf dieses Feature gewartet und jetzt ist es endlich da: die Storyplanung. Mithilfe des Facebook Business Managers und der Business Suite könnt ihr nun auch Stories ganz einfach einplanen.

Und so funktioniert's: Öffnet den Facebook Business Manager und geht dann weiter zur Business Suite. Hier könnt ihr unter Beiträge und Stories rechts oben eure gewünschte Story uploaden und einplanen, wie ihr es auch von Beiträgen gewohnt seid.

Sicherheit und Privatsphäre

Im Bereich Sicherheit und Privatsphäre hat Instagram ganz schön nachjustiert. Das Unternehmen positioniert sich klar gegen Hassrede im Netz und will mit neuen Maßnahmen besonders jüngere Nutzer:innen schützen. Unter anderem wird es härtere Strafen für Verfasser:innen von missbräuchlichen Nachrichten geben, wie beispielsweise die Deaktivierung des Kontos. In diesem Zusammenhang wird auch enger mit Strafverfolgungsbehörden zusammengearbeitet. Den Nutzer:innen bietet Instagram die Möglichkeit durch einen Filter unerwünschte Begriffe zu sperren, sodass sie nicht als Kommentar oder Direkt-Nachricht gepostet werden können. Übrigens können User:innen die Direkt-Nachrichten von Personen abstellen, denen sie nicht selbst folgen. Ebenso warnt die KI vor dem Posten von potenziell verletzenden Inhalten.

Jeder hat es bestimmt schon einmal gesehen: Inhalte, welche Instagram als sensibel kategorisiert könnt ihr nur dann sehen, wenn ihr explizit bestätigt, dass ihr diesen Beitrag sehen möchtet. Nun kann jede:r Nutzer:in selbst über die Einstellungen zu sensiblen Inhalten bestimmen. Kategorisiert wird das in „Zulassen“, „Einschränken“ und „Noch mehr einschränken“.

Und so funktioniert's: Gehe in der App zu den Einstellungen – Konto – Einstellungen für sensible Inhalte. Hier könnt ihr auswählen.

Auch zur Sicherheit vor Hacker:innen hat Instagram ein neues Tool eingeführt: der sogenannte Sicherheits-Check. Er soll Instagramer:innen dabei helfen, ihr Konto wieder zu sichern, sollte es gehackt worden sein. Darunter fallen unter anderem Überprüfungen, ob ihr eure E-Mail Adresse oder Telefonnummer geändert habt und Login Infos. Darüber hinaus empfiehlt Instagram die Aktivierung der zweistufigen Authentifizierung und Login-Anfragen.

Gerade junge Menschen, genauer gesagt Minderjährige sollen verstärkter auf Instagram geschützt werden und so werden sie bei der Registrierung auf Instagram nach ihrem Geburtsdatum gefragt. Unter 18-Jährige dürfen nicht von User:innen über 18 Jahren via Direkt-Nachrichten kontaktiert werden, denen sie nicht selbst folgen. Seit Juli werden neu registrierte Konten von Jugendlichen standardmäßig auf privat gesetzt und sind für potenziell verdächtige Konten erschwert auffindbar. Zusätzlich gibt es einen Sicherheitshinweis für Jugendliche, die in den Direkt-Nachrichten mit Erwachsenen kommunizieren, welcher sie zur Vorsicht mahnt. Für die Eltern von Minderjährigen gibt es in Europa den von Instagram gemeinsam mit Sicherheitsexpert:innen veröffentlichten „Leitfaden für Eltern“.

 

Coming soon - Ein Ausblick

Da hat sich schon ganz schön viel geändert, aber das soll es noch nicht gewesen sein. Gerade im Thema komfortable Nutzung der App möchte Instagram in den nächsten Monaten nachlegen und testet die folgenden Tools und Funktionen schon fleißig in den Beta-Versionen:

Affiliate Tool

Hiermit möchte Instagram eine neue Einnahmemöglichkeit für seine Creator:innen schaffen. Das Affiliate Tool soll die Möglichkeit bieten neue Produkte zu entdecken und diese dann direkt mit den eigenen Follower:innen zu teilen. Erwerben Nutzer:innen über den geförderten Verkauf der Creator:innen ein Produkt, erhalten diese eine Provision.

Caption Sticker als Untertitel für Stories

Bis jetzt müssen Nutzer:innen Untertitel selbst manuell einfügen und bearbeiten – ein ganz schöner Aufwand. Dies soll der Caption Sticker vereinfachen. Er ermöglicht es ganz einfach und automatisch Untertitel in den Stories erscheinen zu lassen. Dabei könnt ihr auch zwischen verschiedenen Designs auswählen und habt so weiterhin die Möglichkeit eure Story nach Belieben zu gestalten.

Shortcuts für unterschiedliche Accounts

Gerade Social Media- oder Community Manager:innen kennen es: Das hin und her switchen zwischen verschiedenen Accounts. Bis lang ist dies nur in der App selbst möglich. Instagram arbeitet nun an sogenannten Shortcuts, welche auf dem Startbildschirm der Handybesitzer:innen verlinkt werden können. So könnt ihr ganz einfach und bequem direkt in das jeweilige Profil gelangen.

 

Es ist nicht alles gold was glänzt...

Viel hat sich getan, dennoch steht Instagram weiterhin in der Kritik, gerade hinsichtlich seiner jüngeren Nutzer:innen. Alle oben genannten Vorsichtsmaßnahmen können mehr oder weniger leicht umgangen werden. Ebenfalls ist Instagram bekannt dafür, ein ungesundes Körperbild und einen geschönten Lifestyle zu vermitteln, was gerade bei jungen Menschen auf fruchtbaren Boden trifft.

Ebenso tummeln sich auf der Plattform Hasskommentare und auch Mobbing und Rassismus haben ihren Platz. Ein Höhepunkt waren zahlreiche rassistische Anfeindungen gegen Nationalspieler nach der Fußball WM und gerade in Zeiten einer Pandemie haben Querdenker:innen, Pandemieleugner:innen und Impfgegner:innen mehr denn je die Möglichkeit ihre Ansichten auf Instagram zu verbreiten. 

Es bleibt also abzuwarten, inwieweit die Tools und Funktionen noch ausgeweitet werden und was in 2022 folgt, um Instagram zu einer sichereren Plattform – gerade für Minderjährige – zu machen.

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