JUNGMUT Blog

Keynote zum Thema Entrepreneurship in Heerlen

24. Juli 2018

Digitale Transformation: Was ist „Entrepreneurship“? Und warum ist das so bedeutsam heutzutage? Wie kann man unternehmerisches Verhalten bei Mitarbeitern gezielt wecken oder entwickeln? Und was hat das alles mit der Digitalen Transformation zu tun? Ein paar Antworten auf diese Fragen gab JUNGMUT Consulting bei einer internationalen Konferenz in Heerlen, Niederlande.  von Kathrin Fervers

Entrepreneurship meint mehr als Unternehmertum - folgt man dem Ökonomen Joseph Schumpeter. Eher so etwas wie Unternehmergeist. Er unterscheidet zwischen dem Manager als Unternehmens-Verwalter und dem Entrepreneur als demjenigen, der neue Ideen vorantreibt, innovativ ist. In Zeiten, in denen sich die Art, wie Unternehmenswerte generiert werden und das, worauf ein Geschäftsmodell basiert, fundamental wandeln, wird Entrepreneurship immer wichtiger. Das gilt nicht nur für Startups, Gründer oder Unternehmer – auch die Angestellten müssen sich auf Zeiten einstellen, in denen Eigenverantwortung groß geschrieben wird. Der berühmte Blick über den Tellerrand ist ein Muss und man erfindet sich möglichst ständig selbst neu. Klingt anstrengend, kann aber auch viel Spaß machen.

Wie unternehmerisch müssen wir heute denken und handeln, um morgen noch mitspielen zu können?

Genau mit diesem Thema hat sich eine internationale Gruppe aus Bildungsexperten, Personalleitern und Ausbildungsinstituten beschäftigt. Kathrin Fervers von JUNGMUT war als Keynote-Speaker geladen, um ein digitales Selbst- und Fremdbewertungs-Tool zu unternehmerischem Verhalten vorzustellen und von der Gruppe testen zu lassen. Dieses Tool wurde im Rahmen eines von der EU finanzierten Entwicklungsprojektes von Unternehmern, Forschern und Bildungsexperten entwickelt – und JUNGMUT war daran beteiligt. Das Tool misst die Verhaltensdimensionen Kreativität, Produktivität und Anpassungsfähigkeit. Drei wichtige Kompetenzen, die von der EU-Kommission als zentral angesehen werden, um zukünftige Herausforderungen in Unternehmen bewältigen zu können, die unter anderem durch die digitale Transformation entstehen.

Wie findet man heraus, wie unternehmerisch man ist?

Auf fünf Levels kann sich jeder selbst einschätzen in Bezug auf seine Position und Tätigkeit in einem beruflichen Kontext. Das Besondere am Tool: Man betrachtet nicht die Persönlichkeit, also das unternehmerische Talent, oder die typischen Charaktereigenschaften eines Entrepreneurs, sondern es wird analysiert, wie jemand arbeiten muss, damit er Entrepreneurship beweist. Das ermöglicht es, dass jeder Mitarbeiter eines Unternehmens - inklusive der Unternehmensleitung -  daran gemessen wird, was in seinem Job tatsächlich zu tun ist und wie kreativ, produktiv und anpassungsfähig eine Person sich verhält. Ideal ist es, wenn man auch von anderen eingeschätzt wird. Denn dann wird auch deutlich, dass man unterschiedliche Wahrnehmungen von Verhalten hat, wenn andere sagen: „Das machst Du doch gar nicht so!“, oder ob man selbst vielleicht auch zu streng mit sich war. Anhand der Selbst- und Fremdeinschätzung kann dann definiert werden, wohin man sich entwickeln kann und sollte - und in welcher Form diese Entwicklung umgesetzt wird. Das bringt informelles Lernen, Selbstlernen, Innovationskraft und ständige Veränderung mit sich, so dass komplexe Transformationsprozesse wie die Digitalisierung eher gelingen.

Fazit

Jeder kann sich wie ein Entrepreneur verhalten. Wenn er in punkto Kreativität, Produktivität und Anpassungsfähigkeit in seinem Job alles gibt. Das lässt sich messen, man kann es trainieren - und es bringt allen etwas, weil Unternehmen insgesamt - und damit auch die Gesellschaft - dadurch mehr Verantwortung für ihr Handeln übernehmen, innovativer werden und besser performen.