JUNGMUT Blog

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Physical & Mental Health in Quarantäne

Wir bleiben zu Hause. Wir arbeiten zu Hause. Wir leben zu Hause. Dieser Tage werden wir durch die Ausbreitung des Coronavirus gezwungen unsere Alltagsstrukturen neu zu ordnen und auf die eigenen vier Wände zu beschränken. Das bringt viele strukturelle Herausforderungen mit sich. Aber abgesehen von Homeoffice, Einkäufen und Kinderbetreuung sollten wir uns auch fragen: Wie halte ich Körper und Geist in dieser Ausnahmesituation gesund?

von Marie Neuhalfen

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(Foto: Imani Clovis / Unsplash)

Bundeskanzlerin Angela Merkel beschrieb die Corona-Krise als "größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg". Da den die wenigsten von uns miterlebt haben und auf gelerntes Krisenverhalten zurückgreifen können, ist es ok, gerade noch nicht so richtig zu wissen, wie man mit der aktuellen Situation, der Ausgangssperre und all den Alltagsherausforderungen umgehen soll. 


Doch egal, ob man mit einer ganzen Familie in einem Haus isoliert ist, als Paar in der gemeinsamen Wohnung, als WG aufeinander sitzt oder alleine wohnt, spätestens nach den ersten Tagen mussten die meisten von uns feststellen, dass sich für jeden von uns doch der Alltag ändert, Strukturen über den Haufen geworfen werden, Nachrichtenfluten auf die ohnehin gespannte Stimmung schlagen und die Ungewissheit, was morgen passiert, mehr oder weniger an uns nagt. 

Es gibt kein Patent, wie man die Corona-Krise am besten durchsteht – wie auch? Aber es gibt immer mehr Online Angebote und Strategien, die uns helfen können, neben all der Umorganisation im Familienleben, bei der Arbeit und im Alltag, Körper und Geist gesund zu halten und Raum für Optimus zu schaffen.  

Bitte beachtet: Wir sind keine Virologen, Mediziner oder Politiker und haben hier lediglich bewährte Erfahrungen und Ansätze zusammen getragen. Der Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Rituale schaffen

Wer jetzt im Homeoffice arbeiten kann, der muss morgens nicht mehr ins Auto, auf's Rad oder in die Bahn steigen und wechselt nur den Raum, um morgens in den Arbeitstag zu starten. Ist der vorbei, fährt man den Computer herunter und ist bereits zu Hause. Lohnt es sich also, sich morgens die Haare zu föhnen, passende Socken anzuziehen und die Jogginghose gegen eine Jeans einzutauschen? Definitiv, ja. 

Die morgendlichen Rituale, sei es die Dusche, der Kaffee, eine Runde Joggen oder Yoga, helfen uns wach zu werden, das Gehirn hochzufahren und Struktur in den Morgen zu bringen. Manchmal hilft es auch die Rituale aufzuschreiben oder einen Tagesplan mit festen Zeiten zu erstellen. Das bringt etwas Normalität in eine unnormale Situation. Zum einen indem es den Kopf frei und zum anderen davon abhält in eine lethargische Endzeitstimmung zu verfallen, in der "normale" Alltagshandlungen keine Rolle mehr spielen. 

Dazu zählen zum Beispiel feste Essenszeiten, Bewegung, Kommunikation mit anderen Menschen und ja, auch eine Hose zu tragen.

 

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Kommuniziert!

Ohne in diesem Kontext die Notwendigkeit und Voraussetzung der Kommunikation im watzlawikschen Sinne ausführen zu wollen, spielt Kommunikation dieser Tage dennoch eine entscheidende Rolle. In der Politik, in der Wissenschaft, im Journalismus und im Privaten. Durch Tools wie Skype, Zoom, Google Hangouts und Co. haben wir die Möglichkeit uns zu sehen, ohne das Haus verlassen zu müssen. Das nutzen immer mehr Unternehmen aber auch Privatpersonen, um die Kommunikation am Laufen zu halten.

Insbesondere für Personen, die ihren Haushalt nicht mit weiteren Personen teilen und somit keinen regelmäßigen Kontakt zu Mitmenschen haben, ist das derzeit die einfachste Möglichkeit die Kommunikation am Laufen zu halten und ein Gefühl der Nähe zu erzeugen. Auch wenn man sich nicht vor der Tür trifft, so ist es ratsam sich zu verabreden, zum Beispiel zum telefonieren oder einem Videocall. Das gibt der Kommunikation einen Stellenwert und den anderen Personen Wertschätzung. Vergessen dürfen wir aber auch nicht die Menschen, die keinen Zugang zum Internet haben – heißt: häufiger mal Oma anrufen! Besonders alte Menschen sind gerade teilweise sehr isoliert und brauchen den sozialen Austausch. Kommunikation sollten wir also zur Bewahrung der sozialen Nähe nutzen, nicht nur zur Information.

 

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(Foto: Dustin BeltUnsplash)

 

Wie konsumieren wir Nachrichten? Und wenn ja, wie viele?

Information ist wichtig, aber wenn es für den beruflichen Kontext irrelevant ist, lohnt es sich den Nachrichtenkonsum jetzt zu portionieren. Die Flut der Nachrichten zur Corona-Krise kann überwältigend sein, stressen und demotivieren. Machen wir den Nachrichtenkonsum zu einem Ritual, z.B. indem wir uns vornehmen morgens die Radionachrichten zu hören und abends die Tagesschau zu gucken, können wir uns in der restlichen Zeit anderen Dingen widmen, ohne dauerhaft über die aktuelle Lage nachdenken zu müssen. Das kann nämlich mittel- bis langfristig psychisch stark belasten. Das heißt nicht, dass wir uns vor der Realität verschließen sollen, sondern einfach neben der Krise noch Platz für andere Themen lassen. 

Wir empfehlen als Informationsquelle zum Thema Corona-Krise zum Beispiel den täglichen NDR-Podcast mit Virologe Prof. Dr. Drosten, der ohne Panikmache und sachlich gut erklärt seine Einschätzung zu den aktuellen Entwicklungen gibt. Auch die Seiten des Robert Koch Institutes oder der Landesregierungen teilen die wichtigsten Informationen mit – weniger heiß gekocht als auf Twitter oder im Liveticker.

Bewegung vs. Entschleunigung

Wer im Home Office arbeitet, der merkt schnell, dass durch das Wegfallen des Arbeitsweges und auch Wege innerhalb des Arbeitsplatzes, viel selbstverständliche Bewegung nicht mehr stattfindet. Neben alltäglicher Bewegung, fallen aber auch viele sportliche Aktivitäten weg. Das Fitnessstudio, der Sportverein, die Kletterhalle, das Yogastudio haben geschlossen. Schaut man nach draußen, scheint die ganze Welt plötzlich mit dem Joggen begonnen zu haben. Und ja, warum die Zeit nicht nutzen ein neues Hobby zu beginnen? Laufen ist gut für das Herz-Kreislauf-System, bringt uns an die frische Luft, man kann es hervorragend alleine tun und hat sich bewegt. Wer ein gelenkschonenderes Workout vorzieht, kann sich aber auch zu Hause mit diversen Online-Sportprogrammen sportlich betätigen. Da viele von uns gerade mehr Zeit haben als sonst, kann man die Zeit der Entschleunigung nutzen, um nicht nur den Körper in Bewegung zu bringen, sondern auch den Geist zur Ruhe. Das lässt sich von kleinen Meditationsübungen im Alltag (siehe auch JM Blogartikel Arbeit ist das halbe Leben. Yoga kann das Ganze sein.), bis hin zu längeren Live-Yogasessions über Videotools praktizieren. Ein positiver Nebeneffekt ist hierbei, dass wir in dieser Zeit Raum für Gedanken, die über Corona hinaus gehen, und positive Erlebnisse schaffen. Das bringt neue Energie und vielleicht sogar ein neues Ritual, das wir auch nach der Krise schätzen und beibehalten.

 

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(Foto: wee leeUnsplash)

Online Angebote

Nun ist die Motivation also da und eine Vielzahl von Angeboten – wofür also entscheiden? Wir haben eine kleine Auswahl an (teilweise lokalen) Angeboten für euch zusammen getragen.

In Live-Yogaklassen, die kostenlos oder zu vergünstigten Preisen von vielen Studios und Lehrern angeboten werden, könnt ihr zuhause auf eurer Matte täglich an vielen unterschiedlichen Kursen teilnehmen, von Yin- bis Vinyasa Yoga. Support your Local Yogastudio!

Online Yogaklassen

Meditation hilft nicht nur den Kopf frei zu kriegen, Stress zu reduzieren und einen klareren Fokus zu finden, sondern auch positiver zu denken. Und das sollten wir jetzt ganz besonders versuchen. Abgesehen von den aktuellen Geschehnissen, von Ängsten und Lagerkollern, bringt es uns nicht schneller aus der Krise, wenn wir in Lethargie und Pessimismus verfallen. Positive Gedanken sind gut für unser vegetatives Nervensystem, senken das Stresslevel und lassen uns wertfreier annehmen, was ist. 

Online Meditation

 

Fazit

Passt aufeinander und euch selbst auf in den Tagen der Isolation! Zeigt euch solidarisch, bunkert keine Lebensmittel, bietet der Oma von nebenan eure Hilfe an und seht neben all den Herausforderungen des Alltags auch die Chance Dinge zum Positiven zu verändern. In Zeiten der Entschleunigung und des Mangels, haben wir auf einmal den Raum und die Möglichkeit zu erkennen, was für uns eigentlich wichtig ist, worauf wir doch ganz gut verzichten können und so vielleicht so gesamtgesellschaftlich nachhaltig etwas mehr Achtsamkeit etablieren.

Und nicht vergessen: Die Corona-Krise wird irgendwann vorbei sein!

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