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So funktioniert erfolgreiches Marketing auf TikTok

Umsätze steigern, die Marke verjüngen, die Generation Z vom eigenen Produkt überzeugen – all das gelingt mit klug durchdachtem Marketing auf TikTok. Wir erklären hier, was ihr beachten müsst, damit eure TikTok-Kampagne ein Erfolg wird.

von Isabelle Stier

How-to TikTok

Im vergangenen Jahr wurde TikTok so oft heruntergeladen wie keine andere App. Auch in diesem Jahr bleibt TikTok in Sachen Downloads und Consumer Spending laut eines App Annie-Berichts auf Platz 1 in diesen Bereichen. App Annie ist eine App, die die Marktperformance anderer Apps auswertet. Schätzungen zufolge nutzen weltweit mehr als eine Milliarde Menschen das soziale Medium TikTok.

Von User:innen produzierter Content besteht zum größten Teil aus vertikal gedrehten Videos. TikTok hat 2018 die auf Lip-Sync spezialisierte App musical.ly übernommen. Aus diesem Grund spielt das Lip-Sync-Feature auch auf TikTok noch eine große Rolle. In vielen Videos wird zu Musik getanzt, gesungen oder gestikuliert. Das machen die User:innen aber nicht nur zum Spaß, sondern vermitteln dabei auch Inhalte. Öffentliche Likes und Follower:innenzahlen spielen auf TikTok eine große Rolle. Zudem gibt es Sticker, die auch zur Monetarisierung genutzt werden können.

Damit eure Marketingstrategie auf TikTok Erfolg hat, müsst ihr euch intensiv mit der App beschäftigen. Erst wenn ihr euch mit allen Features vertraut gemacht und verstanden habt, was die User:innen an der App so interessant finden, könnt ihr eine erfolgreiche Strategie entwickeln. Folgende zwei Aspekte sind besonders wichtig:

 

1. Entwickelt ein Verständnis für den Algorithmus

Habt ihr privat noch nie TikTok genutzt, solltet ihr das unbedingt ändern. Erst wenn ihr euch mit den Inhalten und aktuellen Trends vertraut gemacht habt, hat eine Marketingstrategie auf dem Kanal das Potenzial erfolgreich zu sein. Es ist besonders wichtig, dass ihr den Algorithmus der App versteht. Welche Videos im Feed der User:innen angezeigt werden, entscheidet nämlich eine KI.

Öffnet ihr die App, kommt ihr auf die „Für dich“-Seite. Hier findet ihr in der Regel neue Inhalte von euch bisher unbekannten Profilen. Auf Grund der bisher angeschauten Inhalte ermittelt die KI was euch sonst noch so ansprechen könnte. Die Inhalte sind sehr ähnlich zu dem, was ihr bisher gesehen habt.

Damit eure Marketingkampagne Erfolg hat, solltet ihr euch also inhaltlich so eindeutig wie möglich positionieren und eure Strategie konsequent beibehalten. Produziert ihr Content, der klar in eine bestimmte Nische passt, stellt ihr sicher, dass er interessierten User:innen ausgespielt wird.

 

2. Lernt die User:innen kennen

Logischerweise werdet ihr mit eurem Content nicht alle TikTok-User:innen ansprechen, schließlich haben nicht alle Menschen die gleichen Interessen. Damit möglichst viele Interessierte auf eure Kampagne aufmerksam werden, ist es wichtig die Zielgruppe genau zu definieren. Dazu erstellt ihr am besten eine Buyer Persona. Das ist eine Strategie, die ursprünglich entwickelt wurde, um ideale Kund:innen zu definieren. Das Prinzip lässt sich aber auch auf Social-Media-User:innen anwenden. Eine Buyer Persona ist eine fiktive Person, die – in diesem Fall – eure ideale:n TikTok-User:in repräsentiert. Habt ihr eine Buyer Persona definiert, fällt es euch viel leichter Content für eure Zielgruppe zu erstellen. Ihr könnt die Wünsche der User:innen besser einschätzen, überlegen welchen TikTok Accounts sie folgen und welche Kurzvideos sie sich anschauen würden.

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(Foto: Ketut Subiyanto, pexels.com)

Entscheidet, wie ihr auf TikTok werben wollt

Es gibt unterschiedliche Wege TikTok zu Marketingzwecken zu nutzen. Im Idealfall bedient ihr eine Kombination der unterschiedlichen Möglichkeiten. Nachdem ihr eine Zeit lang ausprobiert habt was am besten für euch und euer Produkt funktioniert, passt ihr die Gewichtung der verschiedenen Methoden entsprechend an. Folgende Möglichkeiten gibt es:

 

1. Erstellt einen eigenen TikTok Account

Diese Möglichkeit erscheint auf den ersten Blick am einfachsten und unkompliziertesten. Erstellt ihr einen Account für euer Unternehmen, Produkt oder was auch immer ihr bewerben wollt, könnt ihr gleich loslegen. Allerdings müsst ihr euch erst eine Follower:innenschaft aufbauen, damit euer Content wahrgenommen wird. Zudem ist es durchaus zeitintensiv eine eigene Strategie zur Contentproduktion zu entwickeln und die Beiträge selbst zu produzieren. Stellt sicher, dass jemand die Verantwortung für das Projekt übernimmt und den Überblick behält. 

Bei den Gründer:innen Michi, Venus und Gianni hat diese Taktik zum Beispiel super funktioniert. Die drei Freunde haben mitten in der Corona-Pandemie ein Café gegründet und das Projekt von Anfang an auf TikTok begleitet. Finanzierung, Renovierung, Barista-Coaching – auf dem Kanal @juice1.ch könnt ihr das alles miterleben beziehungsweise auch jetzt noch von Anfang an dabei sein. Auf Grund der vielen Follower:innen des Kanals wurde die Eröffnung zum vollen Erfolg. Mehr dazu erfahrt ihr hier.

 

2. Nutzt TikTok Ads

Ihr könnt auch bezahlen, um auf TikTok Werbung zu schalten. Die Anzeige erscheint dann im Feed unterschiedlicher User:innen. Wenn ihr den Service nutzen wollt, müsst ihr einen Account für TikTok Ads erstellen. Ist das Konto angelegt, erstellt ihr zuerst eine Campaign, dann Ad Groups und am Ende die Ad selbst. Die fertige Anzeige sieht dann so ähnlich aus wie Werbung auf Instagram und Facebook, also den kurzen Videos oder Bildern ähnlich, die von User:innen privat gepostet werden.

 

3. Arbeitet mit Influencer:innen zusammen

Eine weitere Möglichkeit ist die Zusammenarbeit mit Influencer:innen, die eure Produkte oder euer Unternehmen auf ihrem Profil bewerben. Dazu müsst ihr euch genau überlegen wer eure Zielgruppe ist und Influencer:innen mit vielen Follower:innen aus dieser Gruppe für eine Kooperation gewinnen. Die Zusammenarbeit mit Influencer:innen ist deutlich günstiger als die Erstellung professioneller Anzeigen bei TikTok Ads.

 

4. Startet eine Branded-Hashtag-Challenge

Hashtag-Challenges sind auf TikTok sehr beliebt. Dabei dreht sich alles um User Generated Content. Zu Beginn gibt es in der Regel ein Video, in dem die Challenge vorgestellt und User:innen dazu animiert werden ebenfalls Videos zum Thema zu erstellen. Auch in diesem Fall ist es eine gute Idee mit Influencer:innen zu kooperieren und sogenannte gesponserte Hashtags zu erstellen. Passende und reichweitenstarke Influencer:innen produzieren Videos mit dem gewählten Hashtag und sorgen so dafür, dass die Challenge viel Aufmerksamkeit bekommt und Nachahmer findet.

Ist der Anfang geschafft, verbreitet sich der Hashtag von alleine sehr schnell in den Feeds der User:innen. Zudem wird der Hashtag über die Discovery Page entdeckt. Je mehr Teilnehmer:innen es gibt, umso länger ist der Hashtag und damit eure Marke für die TikTok-User:innen präsent. 

Viele Unternehmen nutzen Branded-Hashtag-Challenges auf TikTok, um die eigene Marke zu verjüngen und die Generation Z direkt anzusprechen. So zum Beispiel der Versandgroßhändler Otto mit der #MachDichZumOtto-Challenge oder die Commerzbank. Die Challenge #freshmoneyfever des Finanzinstituts hat Anfang des Jahres eine Milliarde Views innerhalb von acht Tagen generiert. Mehr dazu erfahrt ihr hier

 

5. Kreiert Branded Lenses oder Branded Effects

Viele User:innen nutzen Effekte oder Gesichtsfilter, um ihre Videos lustiger, ausgefallener oder generell ansprechender zu gestalten. Unternehmen haben die Möglichkeit einen solchen Filter zu erstellen, um das eigene Produkt in den Vordergrund zu stellen. Entscheidet ihr euch dafür, fördert ihr den spielerischen Umgang mit eurem Produkt. Wie sinnvoll diese Strategie ist, hängt natürlich davon ab was ihr bewerben wollt. Branded Lenses oder Effects lassen sich zum Beispiel sehr gut in die Marketingstrategie von Beautyprodukten integrieren.  

Fazit

Egal für welche Möglichkeit ihr euch entscheidet – wichtig ist, dass ihr die App und die Community ganz genau kennt. Habt ihr eure Zielgruppe genau vor Augen und entwickelt die Strategie explizit für sie, stehen die Chancen für eine erfolgreiche Kampagne gut.  

 

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